Archiv für November 2008

30
Nov
08

Trinkwasser-Bohrungen

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Einige haben das gute Glück, in Mallorca auf dem Land zu leben, vielleicht sogar auf einer Finca.

Aber einige Landfincas sind nicht an das Wassernetz angeschlossen, oder sie können nicht angeschlossen werden. In diesem Fall gibt es nur wenige Alternativen. Vielleicht gibt es einen netten Nachbarn, der über eigenes Wasser verfügt und der davon vielleicht etwas abgibt, oder ein Bauer am Ort hat eine eigene Wasserquelle. Oder man muß darauf vertrauen, daß der jährliche Regenfall ausreicht, um die Cisterna (den Wassertank) zu füllen. Oder man muß, im schlimmsten Fall, Agua Potable vom Camion de Agua (Wasserwagen) anliefern lassen. 

Falls man aber Glück hat, und die Finca günstig liegt, kann man durchaus darauf hoffen, eigenes Wasser in einem unterirdischen Wasserlauf finden.

Pozos (Trinkwasserbohrungen) sind auf Mallorca heutzutage streng geregelt. Zuallererst muß man ein Bohrgenehmigung von der Wasserbehörde, der Medi Ambient-Abteilung des Consell de Mallorca einholen. Für solch einen Antrag braucht man die Dienste eines Mineningenieurs. Zuerst würde ich aber vorschlagen, daß man eine Wünschelrutengänger erst einmal nach Wasser suchen lässt, damit man überhaupt weiß, ob Wasser auf der Finca vorhanden ist. Falls der Wünschelrutengänger tatsächlich Wasser findet, kann der Mineningenieur eine Wasserbohrung beim Consell beantragen. Sobald diese Genehmigung vorliegt, kann man ein Unternehmen suchen, das sich auf Wasserbohrungen spezialisiert und das über die dafür notwendigen, fahrbaren Bohrtürme verfügen, um dann eine Probebohrung vorzunehmen. In den Pueblos von Sa Pobla und Llubí gibt es mehrere solcher Firmen. Sollte die entsprechende Bohrung mit Erfolg gekrönt sein, und Wasser gefunden worden sein, muß beim Consell eine weitere Genehmigung für die Förderung des Wasser und für dessen Konsum beantragt werden.

Das unterirdische Wasser Mallorcas hat meist eine ausgezeichnete Trinkwasserqualität. Trotzdem würde ich vorschlagen, daß man das gefundene Wasser einer Laboranalyse unterziehen sollte. Die Apotheken in Mallorca werden sich gerne Ihrer Wasserprobe annehmen und sie in Palma für Sie untersuchen lassen. 

Das Foto wurde in Llubí, Mallorca, Balearen (Spanien) aufgenommen. Das Datum: 16. November 2008. Die Uhrzeit: 16:47:36.

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29
Nov
08

Das Robert-Graves-Haus in Deià

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Robert Graves, in Deutschland auch als Robert von Ranke-Graves bekannt, war ein berühmter britischer Schriftsteller und Dichter, der von 1929 bis 1936 und dann wieder von 1946 bis zu seinem Tod (1985) in Deià auf Mallorca lebte.

Die Seizin Press wurde 1927 von Laura Riding (1901-1991) und Robert Graves (1895-1985) in London als kleiner Privatverlag gegründet. Von 1930 bis 1937 verlegte die Seizin Press als Privatverlag Druckwerke von Deià (Mallorca) aus. Riding und Graves kauften sich eine Crown Albion-Anpressdruckmaschine, die sie in ihrem Haus in Deià, Ca n’Alluny, einrichteten (siehe Foto).

Neben Büchern, Magazinen und Loseblatt-Gedichten veröffentlichten Graves und Riding über Seizin Press auch Werke von Authoren wie Gertrude SteinLen Lye und James Reeves. Seizin Press musste mit dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs den Betrieb einstellen. 1936 kehrten Riding und Graves nach England zurück. 1939 begann das Ende ihrer Beziehung und auch ihrer Zusammenarbeit. 

1946 kehrte Robert Graves nach Mallorca zurück, diesmal mit seiner zweiten Frau, Beryl Pritchard. Bald wurde ein neuer Kleinstverlag gegründet, die New Seizin Press, ebenfalls in Deià. Graves lebte und arbeitete hier bis an sein Lebensende. Er starb am 7. Dezember 1985. Das ist morgen in einer Woche, vor 23 Jahren.

Ca n’Alluny, La Casa de Robert Graves, ist heute im Besitz der Fundació Robert Graves. Das Anwesen wurde renoviert und für den Publikumsverkehr hergerichtet. Das Haus und der wunderschöne Garten sind nun als Museum eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich (Telefon 971.646.185). Die Öffnungszeiten sind Dienstags bis Samstags von 10h00 bis 16h00, sowie Sonntags von 10h00 bis 15h00. Der Eintritt beträgt 5 €.

Das Foto wurde in Deià, Mallorca, Balearen (Spanien) aufgenommen. Das Datum: 27. November 2008. Die Uhrzeit: 12:46:52.

28
Nov
08

Pilze und andere Kostbarkeiten

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Die VI Fira de l’esclata-sang i la muntanya findet von heute, 28. November, bis Sonntag, 30. November, in Mancor de la Vall statt. Wenn Sie wollen, können Sie dort viele der fast 150 essbaren Pilzsorten, die auf Mallorca vorkommen, finden, wie z. B. SetasEsclatassangsBlanquetas, Pets de Moro, Picornells und viele andere mehr. Sie können auch Pilzgerichte kennenlernen, die von den Bars und Restaurants im Ort zubereitet werden. Vielleicht möchten Sie, zum Beispiel, Braç de mè amb salsa de bolets probieren, das im Es Forn angeboten wird.

Außer Pilzen gibt es auf der Fira noch Xeremiers, Dimonis, Gegants, Ball de Bot, Tamboriners, und viele andere Aktivitäten. Mancor de la Vall ist ein bezauberndes, mallorquinisches Pueblo, in der Nähe von Selva, bei Inca. Es ist einer der wenigen, authentischen Orte, die es noch auf der Insel gibt.

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Das Foto wurde in Sóller, Mallorca, Balearen (Spanien) aufgenommen. Das Datum: 15. November 2008. Die Uhrzeit: 12:00:05. Dank für das Foto gebührt meinem Sohn Kyrian. Thank you.

27
Nov
08

Seminari Major

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Das Col·legi de la Sapiència (Schule der Weisheit) in Palmas Altstadt (hier im Foto) wurde zwischen 1628 und 1635 erbaut, soweit ich das feststellen konnte. Papst Urban VIII. erließ eine Bulle, in der dieses Kollegium sanktioniert und gutgeheißen wurde. Er war, nebenbei gesagt, der Papst, der in die Auseinandersetzung mit Galileo Galilei verwickelt war. 

Während des Mittelalters wurde jedem Dorf Mallorcas gestattet, einen Schüler in diese katholische höhere Schule zu senden, mit Ausnahme von Palma und Artà, denen je zwei Schüler zugestanden wurden. 1985 wurde das Gebäude zum Sitz des Seminari Major, eines Priesterseminars, man kann auch sagen, einer Art Universität für Priester.

Im Seminari Major ist die wunderschöne Capella de Sant Pere untergebracht, die 1894 erbaut wurde (diese Kirche ist nicht mit der gleichnamigen Kapelle in der Kathedrale von Palma zu verwechseln, die durch die Ausgestaltung durch Miquel Barceló bekannt ist). Außerdem findet sich hier auch das Museu Bíblic, das Relikten aus dem Heiligen Land und aus der Zeit der Kreuzzüge gewidmet ist. In diesem Museum kann man übrigens den einzigen Sarkophag einer ägyptischen Mumie finden, den es auf Mallorca zu sehen gibt. 

Ich habe bei ein oder zwei Gelegenheiten gehört, daß das Col·legi de la Sapiència an der Stelle gebaut wurde, wo im 14. Jahrhundert eine der beiden Haupt-Synagogen Palmas gestanden haben soll, aber es ist mir bisher noch nicht gelungen, dafür eine verlässliche Quelle zu finden.

Das Foto stammt aus meinem Bildarchiv. Es wurde in Palma de Mallorca, Balearen (Spanien), aufgenommen. Das Datum: 19. September 2008. Die Uhrzeit: 14:12:23.

26
Nov
08

Aus Benibazari wurde Santa Eugènia

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Santa Eugènia ist eine kleine Gemeinde in der zentralen Pla-Region Mallorcas. Die etwa 1.500 Einwohner des Pueblos sind ziemlich stolz auf die lange Geschichte des Ortes, die zurück geht bis zur maurischen Periode und sogar bis in die Zeit der talayotischen Siedler. In der näheren Umgebung kann man einige archäologische Stätten finden. Die größte dieser Ausgrabungsstätten ist die von es Rafal, wo 1915 ein runder Talayot gefunden wurde.

In der islamischen Zeit gab es hier zwei Alqueríes (kleine Siedlungen), von denen eine Benibahari und die andere Benibazari hieß. Diese Örtchen gehörten damals zum Einfluß von Quanarusa, waren aber letztlich dem Kalifat von Córdoba unterstellt. Aus Benibazari wurde 1250 Santa Eugènia, nachdem die katalanische Re-Conquista Mallorca zurückerobert hatte. Damals unterstand Santa Eugènia jedoch der Verwaltung des nahegelegenen Ortes Santa Maria. Erst 1843 wurde Santa Eugènia eine eigene und selbständige Gemeinde.

Die meisten von uns kennen Santa Eugènia wegen der nahegelegenen Fundació Natura Parc, einem attraktiven Freizeitpark, der sich um die Hege und Pflege der einheimischen, balearischen Flora und Fauna kümmert. 

Falls Sie allerdings weniger an Tieren und Pflanzen, dafür aber mehr an gutem Essen und Trinken interessiert sein sollten, dann wird es Sie freuen, zu erfahren, daß Santa Eugènia auch eine kleine Auswahl erstklassiger kulinarischer Angebote aufzuwarten hat. Bon profit!

Das Foto wurde in Santa Eugènia, Mallorca, Balearen (Spanien), aufgenommen. Das Datum: 23. November 2008. Die Uhrzeit: 15:15:44.

25
Nov
08

Das Schwein und die Matança

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Früher war die Matança ein wesentliches Ereignis im Kalender der mallorquinischen Landbevölkerung. Irgendwann zwischen November und Januar wurde der Escorxador gebucht, um beim Töten und Schlachten des Hausschweins zu helfen, das das ganze Jahr über gemästet worden war. 

Die Landwirtschaft ist heutzutage weitaus weniger wichtig in Mallorca, als das früher der Fall war. Matanças und die Herstellung von Sobrassada sind dennoch immer noch ein großes Ereignis für viele mallorquinische Familien. Mein Sohn war letzten Samstag zu solch einer Matança eingeladen gewesen. Er nahm mit viel Enthusiasmus an dieser alten, mallorquinischen Tradition teil und half bei der Herstellung der Sobrassada. Er brachte auch eine Sobrassada mit nach Hause, die nun aber für einige Wochen an der Luft trocknen und reifen muß, ehe sie für den Verzehr geeignet ist.

Jeder Tropfen Blut und jedes Stück Fleisch, Fett, Haut oder Gedärm des geschlachteten Tieres wird bei der Matança verwendet und zu Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet, um viele Monate lang den Nahrungsbedarf der Familie zu gewährleisten. 

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Das Foto (oben) wurde in Caimari, Mallorca, Balearen (Spanien), aufgenommen. Das Datum: 16. November 2008. Die Uhrzeit: 14:10:31. Das Foto (unten) wurde vom Internet geborgt. Dank gebührt silvaychus. Gracias.

24
Nov
08

Das liebe Federvieh

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Tausende von Hennen, Hühnern, Gockeln, Hähnen, Truthähnen und Tauben waren drei Tage lang in Palma in einem internationalen Federvieh-Wettbewerb mit über 150 verschiedenen Rassen ausgestellt. Der Wettbewerb war in drei Kategorien aufgeteilt: internationales Geflügel, spanische Hühner und Hähne sowie einheimische balearische Federviehrassen. 26 Juroren bewerteten zwei Tage lang die ausgestellten Gallus gallus domesticus und deren Artverwandten und vergaben anschliessend Punkte sowie fast 100 Erste und Zweite Preise.

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Die Besucher waren einem lebhaften Konzert von Gackern und Kikeriki-Geschrei ausgesetzt. Trotzdem war die bunte Zurschaustellung etlicher besonders schöner Hennen und Hähne eine sehenswerte Angelegenheit. Ein solcher Wettbewerb wird um etwa die gleiche Zeit im nächsten Jahr wiederholt; ich kann einen Besuch wirklich empfehlen. 

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Die Fotos wurden in Palma de Mallorca, Balearen (Spanien), aufgenommen. Das Datum: 21. November 2008. Die Uhrzeit: 17:32:14, 17:25:53 und 17:04:02.